shayne, zwei sticker

SHAYNE

Ricky Shayne, Ende der 60er Jahre, eine Ikone: unberechenbar, international, urmusikalisch, "Ricky ist für absolute Freiheit" liest man auf dem Plattencover der auf Hansa-Records erschienenen LP King Ricky. Und in gewisser Weise ist er das auch, für "absolute Freiheit". Auch wenn es wie ein Werbeslogan klingt - und einer ist. Auch wenn diese Freiheit eher eine Pathologie ist. Die Pathologie von 1971. In welches Jetzt hat sich der Ricky Shayne von 1971 hinübergerettet, wie lässt sich Absturz und Abgrund überbrücken? Und Abgrund und Absturz passen so gut in das Bild einer Figur, die so viel Mutwilligkeit ausdrückte und die immer Wert darauf legte, dass niemand irgendetwas über sie weiss.

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1967 wird Ricky Shayne nach Deutschland "importiert". In Italien war er da, gerade 20 Jahre alt, bereits als UNO DEI MODS berühmt, als "einer der Mods". Giorgio Moroder schreibt in Berlin Shaynes ersten deutschen Hit ICH SPRENGE ALLE KETTEN. Der Sprengstoff", den er in Deutschland zwischen BRAVO und ZDF-Hitparade tatsächlich verkörpert, sein 'Mehr' an Exotik, Stimme und Extrovertiertheit macht ihn hier zur Ausnahmeerscheinung, eine Ausnahme aber, die dort nicht lange ausgehalten wird: schon 1972, auf dem Höhepunkt seiner Popularität mit MAMY BLUE, verlängert HANSA Schallplatten seinen Vertrag nicht und alle darauf folgenden Versuche, an den Erfolg anzuknüpfen, führen zu nichts: zum freien Fall ins Nichts. Aber genau hier erscheinen die erstaunlichsten Platten und endlich schreibt Ricky Shayne sie auch selbst: IM DSCHUNGEL DER STÄDTE, ANYTIME, ANYPLACE, ALMOST ANYWHERE: Funk.

Die 6-teilige Mini-Serie SHAYNE versetzt sich zurück nach 1970, nachgespielt von seinen Söhnen, Tarek und Imran: sie sind heute so alt wie er damals war -- und lässt das 1970 wie im Kurzschluss mit seiner Zukunft zusammenfallen, fast 50 Jahre später, 2018.  


Der Film SHAYNE ist keine Musikdoku, hier wird nicht ein vergessener Held entdeckt und für eine kurzweilige Nostalgie gedopt; der Regisseur, der als 10 jähriger vollkommen geflasht war von Ricky Shayne, befragt Ricky Shayne, aber auch sich selbst, die BRAVO-Fotowelt wie überhaupt diese Nachkriegszeit, was dort eigentlich los war. Herausgekommen ist nun ein Portrait dieser Frage. Ein unkonventionelles Anti-Portrait, ein Balancieren über dem Abgrund verlorener Zeit.

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